2010 als VisoCon gegründet, seit 2017 unter dem Namen eyeson am Markt: Ein Grazer Videokonferenz-Anbieter, der nicht auf Skype-Konkurrenz setzt, sondern Video mit Unternehmensdaten verknüpft - von der Drohnensteuerung bis zur Telemedizin.
Von VisoCon zu eyeson
Andreas Kröpfl und Michael Wolfgang gründeten das Unternehmen 2010 zunächst unter dem Namen VisoCon. Sieben Jahre später, 2017, erfolgte die Umbenennung zu eyeson - ein Neustart der Marke, nicht des Geschäfts.
Kröpfl übernahm als CEO die Führung, Wolfgang blieb als Mitgründer an Bord. Der Sitz des Unternehmens ist Graz.
Nicht Skype, sondern Infrastruktur
Das Kernversprechen von eyeson unterscheidet sich von klassischen Videokonferenz-Tools: Statt einer Software für Meetings zu sein, will das Unternehmen Video als Baustein in digitale Geschäftsprozesse einbauen. Auf der eigenen Website heißt es dazu programmatisch: „To link company data sources with video calling enables fully integrated digital business processes“ - Video verknüpft mit Unternehmensdaten für vollständig integrierte digitale Prozesse.
Praktisch bedeutet das Anwendungen, die weit über ein gewöhnliches Online-Meeting hinausgehen: KYC-Prozesse bei Banken, bei denen ein Video-Call zur Identitätsprüfung gehört, drohnengestützte Einsätze, Kundensupport mit Bildschirmfreigabe, telemedizinische Beratung. Für Unternehmenskunden gibt es Streaming-Integrationen zu Facebook und YouTube sowie Anbindungen an Slack, Trello und Zendesk, ab acht Euro pro Monat und Host.
Drei Millionen Euro aus der Steiermark
Im Dezember 2018 schloss eyeson eine Finanzierungsrunde über drei Millionen Euro ab, organisiert von der Grazer eQventure unter Herbert Gartner. Mit dabei waren regionale Investoren wie tecnet equity, der aws Gründerfonds, der britische Tech-Investor Hermann Hauser sowie Michael Altrichter von startup300 - allesamt bereits im Vorjahr investiert und nun erneut dabei, ein Vertrauensbeweis, der bei Folgerunden selten ist.
Zu diesem Zeitpunkt zählte die Plattform rund eine Million App-Downloads und 1,5 Millionen registrierte Nutzer. Kurz zuvor war mit Bernd Guttmann, zuvor bei mySugr, ein neuer Finanzchef an Bord gekommen - ein Wechsel zwischen zwei österreichischen Startups, wie er in der vergleichsweise kleinen heimischen Szene öfter vorkommt.
Ex-A1-Chef als Investor
2022 stieg mit Boris Nemšić, dem früheren Chef des Mobilfunkers A1, ein prominenter Investor beim Grazer Video-Tech-Unternehmen ein - ein Signal, dass eyeson auch abseits der klassischen Startup-Finanzierung Vertrauen bei erfahrenen Telekommunikationsmanagern genießt.
Häufige Fragen zu den eyeson-Gründern
Wer hat eyeson gegründet?
Andreas Kröpfl und Michael Wolfgang gründeten das Unternehmen 2010 in Graz, zunächst unter dem Namen VisoCon. 2017 erfolgte die Umbenennung zu eyeson.
Was unterscheidet eyeson von anderen Videokonferenz-Anbietern?
Statt reiner Meeting-Software verknüpft eyeson Video mit Unternehmensdaten und -prozessen - etwa für Identitätsprüfungen im Bankwesen, Drohnensteuerung oder Telemedizin, nicht nur für klassische Besprechungen.
Wie viel Kapital hat eyeson aufgenommen?
Im Dezember 2018 drei Millionen Euro von der Grazer eQventure, tecnet equity, dem aws Gründerfonds, Hermann Hauser und Michael Altrichter. 2022 stieg zusätzlich der frühere A1-Chef Boris Nemšić als Investor ein.