Kaleido.ai Gründer - Benjamin Grössing, David Fankhauser

Die Idee kam bei einem Bier: Bilder automatisch und präzise von ihrem Hintergrund befreien. Drei Jahre später verkauften Benjamin Grössing und David Fankhauser ihr Wiener Startup an den australischen Design-Konzern Canva - einer der größten Exits der österreichischen Startup-Geschichte.

Zwei Studenten von der TU Wien

David Fankhauser kam nach der HTL Innsbruck an die TU Wien, um Informatik mit Schwerpunkt Visual Computing zu studieren. Im ersten Semester lernte er Benjamin Grössing kennen - eine Begegnung, die er später als prägend beschrieb: „ein außergewöhnlich intelligenter Mensch“.

Beide teilten dieselbe Vision: Software im Bereich künstlicher Intelligenz zu entwickeln, die viele Menschen tatsächlich nutzen würden. Nicht ein Forschungsprojekt für die Schublade, sondern ein Werkzeug für den Alltag.

remove.bg: Millionen Besucher in einer Woche

2018 launchten Grössing und Fankhauser remove.bg - eine Website, die Bildhintergründe vollautomatisch entfernt. Innerhalb einer Woche zog das Tool mehrere Millionen Besucher an. Fankhauser beschrieb später die technische Grundlage: „Wir trainierten künstliche neuronale Netze mit Millionen von Bilddaten, um eine präzise Bildextraktion zu ermöglichen.“

Bemerkenswert an diesem Start: Es floss kein einziger Euro Investorenkapital hinein. Aus der kostenlosen Website wurde das Unternehmen Kaleido AI, als die beiden eine kostenpflichtige Funktion für höhere Bildqualität einführten - der klassische Weg vom viralen Gratistool zum tragfähigen Geschäftsmodell.

Vom Foto zum Video

Aus derselben Technologie entstand mit Unscreen ein zweites Produkt: automatische Hintergrundentfernung nicht mehr nur für Einzelbilder, sondern für Videos. Für Onlinehändler bedeutete das einen direkten Weg zu professionellen Produktfotos ohne Fotostudio.

Die Wachstumszahlen der Jahre danach zeigen, wie schnell sich das durchsetzte: 2019 stieg der Umsatz um 270 Prozent, 2020 wuchs die Nutzerbasis um über 600 Prozent auf 20 Millionen monatlich aktive Nutzer. Über 100 Millionen Hintergrundentfernungen liefen monatlich über die Server, bei rund 40.000 zahlenden Kunden weltweit - darunter Alibaba, Samsung und die New York Times.

Februar 2021: der Verkauf an Canva

Im Februar 2021 übernahm der australische Design-Konzern Canva das Wiener Unternehmen. Grössing beschrieb den Zusammenschluss mit einer ungewöhnlichen Rechnung: „Diese Übernahme bedeutet, dass eins plus eins aus mehreren Gründen nicht zwei, sondern zehn ergibt.“

Für ein bootstrapped Unternehmen ohne Investorenkapital war das ein besonders sauberer Ausgang: Die Gründer mussten ihre Anteile mit niemandem teilen, den sie nicht selbst ausgewählt hatten. Nach der Übernahme plante Kaleido AI, die Belegschaft von 30 auf über 60 Beschäftigte zu verdoppeln, bei weiterhin eigenständigem Standort in Wien.

Häufige Fragen zu den Kaleido-AI-Gründern

Wer hat Kaleido AI gegründet?

Benjamin Grössing und David Fankhauser, die sich im ersten Semester ihres Informatikstudiums an der TU Wien kennenlernten. 2018 launchten sie gemeinsam remove.bg, aus dem das Unternehmen Kaleido AI entstand.

Was macht Kaleido AI?

Die Tools remove.bg und Unscreen entfernen automatisch Hintergründe aus Bildern und Videos, mithilfe künstlicher neuronaler Netze, die mit Millionen von Bilddaten trainiert wurden.

Wer hat Kaleido AI gekauft?

Der australische Design-Konzern Canva übernahm das Unternehmen im Februar 2021 - einer der größten Exits der österreichischen Startup-Geschichte.