Die Unternehmensbewertung ist ein wichtiger Prozess, um den Wert einer Firma zu ermitteln. Dieser Wert kann verwendet werden, um eine faire Offerte für eine Übernahme zu berechnen, um die Finanzierbarkeit von Projekten zu beurteilen oder um die Attraktivität eines potenziellen Investments zu bewerten.
In Österreich kommen dafür vor allem drei Methoden zum Einsatz: die Vergleichsmethode, die Ertragswertmethode und das Substanzwertverfahren.
Vergleichsmethode
Die Vergleichsmethode ist eine der gängigsten Methoden zur Unternehmensbewertung. Diese Methode nutzt den Vergleich mit anderen Unternehmen, die ähnliche Geschäftstätigkeiten ausüben, um den Wert eines Unternehmens zu ermitteln. Hierbei werden Finanzkennzahlen, wie z.B. Umsatz, Gewinn oder Buchwert, von vergleichbaren Unternehmen miteinander verglichen, um eine Schätzung des Wertes des zu bewertenden Unternehmens zu erreichen.
Vorteile der Vergleichsmethode
- Einfachheit: Die Vergleichsmethode ist eine einfache Methode, um den Wert eines Unternehmens zu ermitteln, da keine aufwändigen Berechnungen notwendig sind.
- Verfügbarkeit von Daten: Für die Vergleichsmethode stehen ausreichend Daten von vergleichbaren Unternehmen zur Verfügung, die für eine Bewertung herangezogen werden können.
- Akzeptanz: Die Vergleichsmethode wird von vielen Finanzexperten und Investoren als valide angesehen und ist somit eine akzeptierte Methode zur Unternehmensbewertung.
Nachteile der Vergleichsmethode
- Unzureichende Vergleichbarkeit: In manchen Fällen kann es schwierig sein, vergleichbare Unternehmen zu finden, was die Aussagekraft der Vergleichsmethode beeinträchtigen kann.
- Ungenauigkeit: Da die Vergleichsmethode auf Schätzungen basiert, kann es zu Abweichungen von der tatsächlichen Unternehmensbewertung kommen.
- Verzerrungen: Es kann vorkommen, dass die verglichenen Unternehmen unterschiedliche Finanzkennzahlen aufweisen, was zu Verzerrungen in der Bewertung führen kann.
Ertragswertmethode
Die Ertragswertmethode ist eine wichtige Methode zur Bewertung von Unternehmen, insbesondere im Rahmen von Übernahmen und Fusionen. Die Methode basiert auf der Annahme, dass ein Unternehmen denselben Wert hat wie der Barwert seiner zukünftigen Cashflows. Dieser Wert kann durch eine Schätzung der zukünftigen Cashflows und deren Discounting auf den heutigen Wert berechnet werden.
Wie funktioniert die Ertragswertmethode?
Die Ertragswertmethode berechnet den Wert eines Unternehmens, indem sie die zukünftigen Cashflows des Unternehmens schätzt und dann den Barwert dieser Cashflows berechnet. Dieser Barwert ist die Summe aller zukünftigen Cashflows, die durch einen bestimmten Diskontierungsfaktor auf den heutigen Wert zurückgerechnet werden.
Zur Schätzung der zukünftigen Cashflows kann man verschiedene Methoden verwenden, wie beispielsweise eine prognostische Finanzanalyse oder eine sogenannte Vergleichsmethode. Die Vergleichsmethode vergleicht das zu bewertende Unternehmen mit vergleichbaren Unternehmen und schätzt die zukünftigen Cashflows aufgrund der Finanzdaten dieser vergleichbaren Unternehmen.
Was sind die Vorteile der Ertragswertmethode?
Die Ertragswertmethode hat einige Vorteile gegenüber anderen Methoden zur Unternehmensbewertung. Einer der größten Vorteile ist, dass die Methode sehr flexibel ist und leicht an die spezifischen Bedürfnisse des zu bewertenden Unternehmens angepasst werden kann. Außerdem berücksichtigt die Ertragswertmethode sowohl den aktuellen als auch den zukünftigen Wert eines Unternehmens, was andere Methoden oft nicht tun.
Was sind die Nachteile der Ertragswertmethode?
Wie jede Bewertungsmethode hat auch die Ertragswertmethode einige Nachteile. Einer der größten Nachteile ist, dass die Schätzung der zukünftigen Cashflows sehr unsicher sein kann. Wenn die Schätzungen nicht zutreffend sind, kann auch der berechnete Wert des Unternehmens falsch sein.
Substanzwertverfahren
Das Substanzwertverfahren ermittelt den Unternehmenswert, indem die Werte aller Vermögensgegenstände addiert und alle Schulden abgezogen werden - der Unternehmenswert entspricht damit im Kern dem bilanziellen Eigenkapital zu aktuellen Wiederbeschaffungswerten.
Wie funktioniert das Substanzwertverfahren?
Ausgangspunkt ist die Bilanz: Alle Vermögensgegenstände (Immobilien, Maschinen, Warenbestände etc.) werden zu ihrem aktuellen Wert bewertet, davon werden sämtliche Verbindlichkeiten abgezogen. Das Ergebnis ist der Substanzwert des Unternehmens zum Bewertungsstichtag.
Was sind die Vorteile des Substanzwertverfahrens?
- Einfach nachvollziehbar, da es direkt auf der Bilanz aufbaut.
- Objektiv überprüfbar, da es auf tatsächlich vorhandenen Vermögenswerten basiert statt auf Prognosen.
- Gut geeignet als Untergrenze der Bewertung, etwa bei einer Liquidation.
Was sind die Nachteile des Substanzwertverfahrens?
- Immaterielle Werte wie Marke, Kundenstamm oder Mitarbeiter-Know-how bleiben unberücksichtigt.
- Die zukünftige Ertragskraft des Unternehmens fließt nicht in die Bewertung ein.
- Wird in der Praxis daher meist nur ergänzend zur Ertragswertmethode herangezogen, nicht als alleinige Methode.