- Die Franchisebörse Österreich ist der zentrale Marktplatz, um geprüfte Franchise-Systeme zu finden und mit Franchisegebern in Kontakt zu treten.
- Eine ehrliche Selbstanalyse Ihrer finanziellen Mittel, unternehmerischen Fähigkeiten und persönlichen Interessen ist die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Gründung.
- Nutzen Sie die Such- und Filterfunktionen der Börse strategisch, um eine überschaubare Liste passender Systeme zu erstellen, anstatt sich von der Vielfalt überfordern zu lassen.
- Die sorgfältige Prüfung des Franchise-Angebots, inklusive Gesprächen mit bestehenden Partnern und einer rechtlichen Analyse des Vertrags, ist für den Schutz Ihrer Investition unerlässlich.
- Verstehen Sie alle anfallenden Kosten – von der Eintrittsgebühr bis zu laufenden Abgaben – und erstellen Sie einen soliden Business- und Finanzplan.
Was ist eine Franchisebörse und wie funktioniert sie in Österreich?
Stellen Sie sich eine Franchisebörse als einen spezialisierten Online-Marktplatz vor. Sie ist das digitale Herzstück der Franchise-Wirtschaft in Österreich und die erste Anlaufstelle für jeden, der über eine Selbstständigkeit mit einem etablierten Geschäftsmodell nachdenkt. Anders als bei einer allgemeinen Job- oder Unternehmensbörse finden Sie hier ausschließlich Angebote von Franchisegebern, die aktiv nach neuen Partnern suchen, um ihr Netzwerk zu erweitern.
Die Franchisebörse Österreich, oft in enger Verbindung mit dem Österreichischen Franchise-Verband (ÖFV), bündelt diese Angebote. Sie bietet eine strukturierte und vergleichbare Übersicht verschiedenster Systeme aus allen denkbaren Branchen – von der Gastronomie über den Handel bis hin zu Dienstleistungen und Handwerk. Für angehende Gründer liegt der unschätzbare Vorteil darin, nicht mühsam einzelne Unternehmen recherchieren zu müssen. Stattdessen erhalten Sie einen umfassenden Marktüberblick an einem Ort.
Der Prozess ist dabei bewusst niederschwellig gehalten: Sie können die Angebote nach Kriterien wie Branche, erforderliches Eigenkapital oder Region filtern. Jedes Inserat präsentiert die Kerndaten des Systems: eine Beschreibung des Konzepts, die Höhe der Investition und der Gebühren sowie die Leistungen, die der Franchisegeber bietet. Wenn ein System Ihr Interesse weckt, können Sie mit nur wenigen Klicks unverbindlich weitere Informationen anfordern und so den ersten, entscheidenden Kontakt herstellen. Die Börse agiert somit als effizienter Vermittler und Wegbereiter für Ihren Einstieg ins Franchising.
Der erste Schritt: Ihre persönliche Eignungsprüfung für das Franchising
Bevor Sie sich in die Angebote der Franchisebörse stürzen, ist ein ehrlicher Blick nach innen der entscheidendste Schritt. Franchising ist kein passives Investment, sondern erfordert vollen unternehmerischen Einsatz. Eine gründliche Selbstreflexion schützt Sie vor Fehlentscheidungen und legt den Grundstein für nachhaltigen Erfolg. Betrachten Sie diesen Schritt als Ihr persönliches Fundament.
Unternehmerische Denkweise vs. Angestelltendasein
Franchising ist ein Weg in die Selbstständigkeit, nicht in eine besser bezahlte Anstellung. Sie sind Ihr eigener Chef, tragen die volle Verantwortung für Mitarbeiter, Finanzen und den lokalen Markterfolg. Gleichzeitig agieren Sie aber innerhalb der klaren Regeln und Vorgaben des Systems. Fragen Sie sich: Bin ich bereit, unternehmerisches Risiko zu tragen und die extra Meile zu gehen? Kann ich mich gleichzeitig einem bewährten Konzept unterordnen und dessen Regeln diszipliniert umsetzen? Diese Mischung aus Eigeninitiative und Systemtreue ist der Kern des „Franchise-Unternehmertums“.
Finanzielle Selbsteinschätzung: Wie viel Eigenkapital ist realistisch?
Jedes Franchise-System erfordert eine Anfangsinvestition. Dazu gehört nicht nur die einmalige Eintrittsgebühr, sondern auch Kapital für den Ladenbau, die Erstausstattung und die Anlaufphase, in der Sie vielleicht noch keinen Gewinn erzielen. Ermitteln Sie präzise, wie viel Eigenkapital Sie ohne finanzielle Schieflage aufbringen können. Planen Sie dabei immer einen Puffer für unvorhergesehene Ausgaben ein. Diese Zahl ist einer der wichtigsten Filter bei Ihrer späteren Suche auf der Franchisebörse und hilft Ihnen, von Anfang an realistische Optionen zu sondieren.
Ihre Branchen-Affinität und persönlichen Stärken
Sie werden viele Stunden am Tag in Ihrem neuen Unternehmen verbringen. Leidenschaft für das Produkt oder die Dienstleistung ist daher ein massiver Erfolgsfaktor. Worin liegen Ihre Stärken? Sind Sie ein Verkaufstalent, ein Organisationsexperte oder ein geborener Gastgeber? Wählen Sie eine Branche und ein System, die zu Ihren Fähigkeiten und Interessen passen. Ein Fitness-Fan wird in einem Fitnessstudio-Franchise wahrscheinlich glücklicher und erfolgreicher sein als in einem System für Buchhaltungsdienstleistungen, auch wenn letzteres auf dem Papier profitabler erscheint.
Die Franchisebörse strategisch nutzen: So finden Sie Ihr perfektes System
Die Franchisebörse Österreich bietet eine Fülle an Möglichkeiten. Um in dieser Vielfalt nicht den Überblick zu verlieren, ist eine strategische Herangehensweise entscheidend. Betrachten Sie die Börse als ein Werkzeug, das Sie gezielt einsetzen, um vom breiten Angebot zu einer handverlesenen Auswahl an potenziellen Partnern zu gelangen. Planloses Stöbern führt oft zu Verwirrung, eine strukturierte Suche hingegen zu klaren Ergebnissen.
Die richtigen Filter setzen: Branche, Investition und Standort
Der erste Schritt zur Effizienz ist die Nutzung der Filterfunktionen. Basierend auf Ihrer vorangegangenen Selbstanalyse können Sie die Suche sofort eingrenzen. Legen Sie die maximale Investitionssumme fest, die Ihrem ermittelten Eigenkapital entspricht. Wählen Sie die Branchen aus, die Sie wirklich interessieren und in denen Sie Ihre Stärken sehen. Falls Sie standortgebunden sind, nutzen Sie auch die geografische Filterung. Dieser simple Vorgang reduziert die Trefferliste von Hunderten auf vielleicht ein oder zwei Dutzend relevanter Systeme und spart Ihnen enorm viel Zeit.
Profile richtig lesen: Was verraten die Inserate wirklich?
Ein Inserat auf der Franchisebörse ist auch immer eine Werbeanzeige. Lernen Sie, zwischen den Zeilen zu lesen. Achten Sie auf konkrete Zahlen und Fakten statt auf blumige Marketingversprechen. Ein gutes Profil liefert klare Angaben zu: der Höhe der Eintrittsgebühr, den laufenden Gebühren (oft als Prozentsatz vom Umsatz), der Gesamtinvestition und den konkreten Gegenleistungen des Franchisegebers (Schulung, Marketing, Betreuung). Transparenz bei den Kosten ist ein erstes, starkes Indiz für die Seriosität eines Systems.
Die Shortlist erstellen: Von der Masse zur Klasse
Nach der ersten Filterung und Durchsicht haben Sie eine längere Liste potenziell interessanter Systeme. Gehen Sie diese nun erneut durch und bewerten Sie jedes System nach Ihren persönlichen Kriterien. Welches Konzept überzeugt Sie am meisten? Wo sehen Sie das größte Marktpotenzial in Ihrer Region? Welches Unternehmen wirkt in seiner Präsentation am professionellsten? Ziel ist es, eine Shortlist von drei bis fünf Favoriten zu erstellen. Nur für diese Systeme fordern Sie im nächsten Schritt detaillierte Informationsunterlagen an. So fokussieren Sie Ihre Energie und starten zielgerichtet in die Analysephase.
Die kritische Analyse: Wie Sie Franchise-Angebote auf Herz und Nieren prüfen
Sie haben Ihre Shortlist erstellt und die ersten Informationsbroschüren der Franchisegeber erhalten. Jetzt beginnt die wichtigste Phase: die Due Diligence, also die sorgfältige Prüfung des Angebots. In dieser Phase trennt sich die Spreu vom Weizen. Verlassen Sie sich nicht nur auf die Hochglanzprospekte, sondern werden Sie zum Detektiv in eigener Sache. In Österreich unterliegen Franchisegeber der vorvertraglichen Aufklärungspflicht. Das bedeutet, sie müssen Sie umfassend und wahrheitsgemäß über alle Aspekte des Systems informieren.
Das Informationspaket anfordern und auswerten
Das erste Informationspaket ist oft noch sehr marketingorientiert. Fordern Sie deshalb proaktiv detailliertere Unterlagen an. Dazu gehören Muster des Franchise-Vertrags, Informationen über die wirtschaftliche Entwicklung des Systems und idealerweise eine Liste aller bestehenden Franchise-Partner in Österreich. Analysieren Sie diese Dokumente kritisch. Sind die prognostizierten Umsätze und Gewinne realistisch? Wirkt das Geschäftsmodell auch für die Zukunft tragfähig? Ein seriöser Franchisegeber wird Ihnen diese Informationen transparent zur Verfügung stellen.
Der Kontakt mit bestehenden Franchisenehmern
Dies ist vielleicht der aufschlussreichste Schritt des gesamten Prozesses. Nehmen Sie Kontakt zu mehreren bestehenden Franchisenehmern auf – nicht nur zu denen, die Ihnen der Franchisegeber vorschlägt. Fragen Sie sie nach ihren ehrlichen Erfahrungen. Wie gut ist die Unterstützung durch die Zentrale wirklich? Entsprechen die tatsächlichen Kosten und Einnahmen den Prognosen? Wie ist die Stimmung im Netzwerk? Ehrliches Feedback von aktiven Partnern ist unbezahlbar und gibt Ihnen einen ungeschminkten Einblick in den Alltag und die Kultur des Franchise-Systems.
Die Kennzahlen verstehen: Gebühren, Umsatzpotenzial und Rentabilität
Tauchen Sie tief in die Zahlen ein. Verstehen Sie genau, wofür die Eintrittsgebühr verwendet wird und welche Leistungen die laufenden Franchisegebühren abdecken. Erstellen Sie eine eigene, konservative Rentabilitätsvorschau. Berücksichtigen Sie dabei alle Kosten: Miete, Personal, Wareneinsatz, Marketing, Versicherungen und natürlich die Franchisegebühren. Vergleichen Sie die Kennzahlen der verschiedenen Systeme auf Ihrer Shortlist. Welches System bietet bei vergleichbarem Risiko das beste Verhältnis von Investition zu potenziellem Ertrag?
Kosten und Finanzierung im Franchising: Ein detaillierter Überblick
Die Frage nach den Kosten ist für angehende Franchisenehmer von zentraler Bedeutung. Eine transparente und vollständige Finanzplanung ist die Basis für einen erfolgreichen Start und verhindert unangenehme Überraschungen. Die Kostenstruktur im Franchising ist mehrschichtig und besteht aus einmaligen Investitionen zu Beginn und laufenden Abgaben während der Vertragslaufzeit. Es ist entscheidend, alle Posten zu kennen und in den eigenen Businessplan zu integrieren.
Die Gesamtkosten lassen sich grob in zwei Bereiche teilen: die Investitionskosten für die Errichtung des Betriebs und die Franchisegebühren, die direkt an den Systemgeber fließen. Die Investitionskosten umfassen Ausgaben für den Umbau oder die Einrichtung des Standorts, den Kauf von Geräten, die Erstausstattung mit Waren und das Kapital zur Überbrückung der Anlaufphase. Die Franchisegebühren sind die Bezahlung für die Nutzung der Marke, des Know-hows und der Unterstützungsleistungen.
Typische Kostenstruktur im Franchising
Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die häufigsten Kostenarten, die auf Sie zukommen können. Beachten Sie, dass die konkrete Ausgestaltung und Höhe von System zu System stark variiert.
Kostenart | Beschreibung | Zahlungsweise | Typischer Richtwert |
---|---|---|---|
Einstiegsgebühr | Einmalige Gebühr für den Erwerb der Lizenz, das Recht zur Nutzung der Marke, Know-how-Transfer und die Erstschulung. | Einmalig bei Vertragsabschluss | € 5.000 – € 50.000+ |
Laufende Franchisegebühr | Regelmäßige Zahlung für die kontinuierliche Nutzung des Konzepts und den laufenden Support durch die Zentrale. | Monatlich oder quartalsweise | 2 % – 10 % des Netto-Umsatzes |
Werbegebühr | Beitrag zu einem gemeinsamen Werbefonds, aus dem überregionale Marketingkampagnen finanziert werden. | Monatlich oder quartalsweise | 1 % – 3 % des Netto-Umsatzes |
Investitionskosten | Kosten für Standort (Miete/Kauf), Umbau, Einrichtung, Geräte, IT-Systeme und Waren-Erstausstattung. | Einmalig vor der Eröffnung | Stark system- und branchenabhängig |
Das benötigte Eigenkapital und Finanzierungsmöglichkeiten
Die meisten Franchisegeber fordern einen gewissen Eigenkapitalanteil, typischerweise zwischen 20 % und 40 % der Gesamtinvestition. Dies dient als Sicherheit und zeigt Ihr persönliches Engagement. Für den restlichen Betrag müssen Sie in der Regel eine Fremdfinanzierung, zum Beispiel einen Bankkredit, aufnehmen. Ein detaillierter und überzeugender Businessplan ist hierfür die Grundvoraussetzung. Prüfen Sie auch spezifische Förderprogramme in Österreich, wie z.B. vom Austria Wirtschaftsservice (aws) oder regionalen Wirtschaftskammern, die Gründern unter die Arme greifen können.
Der Franchise-Vertrag: Das rechtliche Fundament Ihrer Partnerschaft
Der Franchise-Vertrag ist das wichtigste Dokument Ihrer unternehmerischen Zukunft. Er regelt detailliert die Rechte und Pflichten beider Parteien – Ihre als Franchisenehmer und die des Franchisegebers – für die gesamte Dauer der Partnerschaft. Dieses Vertragswerk ist oft sehr umfangreich und komplex. Nehmen Sie sich daher ausreichend Zeit, es zu verstehen, und unterschreiben Sie niemals unter Zeitdruck. Es bildet das rechtliche und wirtschaftliche Fundament, auf dem Ihr Unternehmen aufbaut.
Ein guter Franchise-Vertrag schafft eine faire Balance zwischen den Interessen beider Seiten. Er schützt das System und die Marke des Franchisegebers, gibt Ihnen aber gleichzeitig die notwendige unternehmerische Sicherheit, um Ihren Standort erfolgreich aufzubauen und zu betreiben. Misstrauen Sie Verträgen, die eine Seite übermäßig benachteiligen oder wichtige Punkte vage formulieren. Seriöse Systeme, wie sie oft über die Franchisebörse des ÖFV zu finden sind, legen Wert auf transparente und erprobte Verträge.
Wichtige Klauseln und worauf Sie achten müssen
Einige Bereiche des Vertrags verdienen Ihre besondere Aufmerksamkeit. Prüfen Sie die Vertragslaufzeit und die Bedingungen für eine Verlängerung. Gibt es klare Regelungen zur Kündigung, sowohl ordentlich als auch außerordentlich? Ein sehr wichtiger Punkt ist der Gebietsschutz: Garantiert Ihnen der Vertrag ein exklusives Gebiet, in dem kein anderer Partner des gleichen Systems eröffnen darf? Achten Sie auch auf die detaillierten Pflichten, wie Bezugsverpflichtungen für Waren oder die Einhaltung von Design-Vorgaben. Klären Sie zudem die Regelungen für den Fall eines Verkaufs Ihres Betriebs oder der Nachfolge.
Warum eine anwaltliche Prüfung unerlässlich ist
Auch wenn Sie den Vertrag selbst sorgfältig studieren – eine professionelle Prüfung durch einen auf Franchise-Recht spezialisierten Anwalt ist unverzichtbar. Ein Laie kann die Tragweite einzelner Klauseln und deren Zusammenspiel oft nicht vollständig erfassen. Ein Experte erkennt problematische Formulierungen, unfaire Bedingungen oder fehlende Regelungen, die Ihnen später zum Verhängnis werden könnten. Die Kosten für eine solche anwaltliche Beratung sind eine kluge Investition in Ihre Sicherheit. Der Österreichische Franchise-Verband kann Ihnen bei der Suche nach erfahrenen Juristen in diesem Bereich helfen. Betrachten Sie dies nicht als Kostenfaktor, sondern als Versicherung für Ihr gesamtes Gründungsvorhaben.
Unterstützung durch den Franchisegeber: Mehr als nur ein Logo
Einer der Hauptgründe, sich für ein Franchise-System zu entscheiden, ist die umfassende Unterstützung durch den Franchisegeber. Sie kaufen nicht nur einen bekannten Namen und ein Produkt, sondern ein ganzes Paket an Leistungen, das Ihnen den Start und den laufenden Betrieb erleichtern soll. Die Qualität und der Umfang dieser Unterstützung sind ein entscheidendes Kriterium bei der Auswahl des richtigen Partners. Ein gutes System begleitet Sie aktiv auf Ihrem Weg zum Erfolg, denn Ihr Erfolg ist letztlich auch der Erfolg der gesamten Marke.
Die Leistungen des Franchisegebers beginnen lange vor der Eröffnung Ihres Standorts und setzen sich über die gesamte Vertragslaufzeit fort. Sie sind der Gegenwert für die von Ihnen gezahlten Gebühren. Achten Sie bei der Prüfung eines Systems genau darauf, welche Unterstützungsleistungen konkret und vertraglich zugesichert werden. Sprechen Sie mit bestehenden Partnern darüber, ob diese Leistungen in der Praxis auch wie versprochen erbracht werden. Eine starke Systemzentrale ist Ihr wichtigster Verbündeter.
Schulungen und Einarbeitung
Ein Kernstück des Franchise-Angebots ist der Wissenstransfer. Ein seriöser Franchisegeber bietet ein umfassendes Schulungsprogramm, das Sie und gegebenenfalls Ihre leitenden Mitarbeiter perfekt auf die Eröffnung vorbereitet. Dies umfasst nicht nur produktspezifisches Wissen, sondern auch betriebswirtschaftliche Grundlagen, Personalführung, Marketing und den Umgang mit der systemeigenen Software. Oft findet die Einarbeitung sowohl in der Systemzentrale als auch in einem bestehenden Pilotbetrieb statt, um praktische Erfahrungen zu sammeln.
Laufender Support im operativen Geschäft
Auch nach der Eröffnung sind Sie nicht allein. Die Systemzentrale sollte Ihnen mit einem Partnermanager oder Gebietsleiter zur Seite stehen. Diese Person ist Ihr direkter Ansprechpartner für alle täglichen Fragen und Herausforderungen. Sie hilft bei der Analyse Ihrer Betriebskennzahlen, gibt Tipps zur Optimierung und unterstützt bei Problemen. Zudem organisieren gute Systeme regelmäßige Erfahrungsaustauschtreffen (ERFA-Tagungen), bei denen Sie sich mit anderen Franchisenehmern vernetzen und voneinander lernen können.
Marketing und Markenaufbau auf nationaler Ebene
Als einzelner Unternehmer hätten Sie kaum die Mittel für große Werbekampagnen. Im Franchise-Verbund profitieren Sie von der Stärke der Gemeinschaft. Aus den Werbegebühren aller Partner finanziert die Zentrale überregionale Marketingmaßnahmen in TV, Radio oder Online-Medien. Dies stärkt die Bekanntheit der Marke und spült Kunden in Ihren Betrieb. Gleichzeitig erhalten Sie professionell gestaltete Vorlagen für Ihr lokales Marketing, um gezielt Kunden in Ihrer Region anzusprechen.
Risiken im Franchising erkennen und minimieren
Franchising wird oft als sichererer Weg in die Selbstständigkeit beworben. Ein etabliertes Konzept und die Unterstützung der Zentrale reduzieren tatsächlich viele der typischen Gründungsrisiken. Dennoch ist Franchising keine Garantie für Erfolg und birgt eigene, spezifische Risiken. Ein verantwortungsbewusster Gründer setzt sich mit diesen potenziellen Gefahren auseinander, um sie von vornherein zu minimieren. Ein klares Verständnis der Nachteile ermöglicht eine ausgewogene Entscheidung und schärft den Blick für die Auswahl eines wirklich soliden Systems.
Die größten Risiken liegen in der systemischen Abhängigkeit und dem Verlust unternehmerischer Freiheit. Während die Vorgaben des Franchisegebers einerseits eine Hilfe sind, können sie andererseits auch einengen. Eine transparente Kommunikation und ein fairer Vertrag sind die besten Mittel, um diese Risiken zu managen. Ihr wichtigstes Werkzeug zur Risikominimierung ist jedoch ein sorgfältig ausgearbeiteter, eigener Businessplan.
Abhängigkeit vom Franchisegeber
Als Franchisenehmer sind Sie rechtlich selbstständig, aber wirtschaftlich und strategisch stark an die Entscheidungen der Systemzentrale gebunden. Ändert der Franchisegeber die Strategie, das Produktsortiment oder das Marketing, müssen Sie diese Änderungen umsetzen – auch wenn Sie persönlich nicht davon überzeugt sind. Eine schlechte Führung oder wirtschaftliche Probleme der Zentrale können sich somit direkt auf Ihren eigenen Betrieb auswirken. Wählen Sie daher einen Partner, dessen Vision Sie teilen und dessen Management Sie vertrauen.
Reputationsrisiken und Systemfehler
Der gute Ruf der Marke ist einer Ihrer größten Vorteile. Dieser kann aber auch zum Risiko werden. Verursacht ein anderer Franchisenehmer einen Skandal oder leidet die Marke unter negativer Berichterstattung, kann dies auch Ihrem unbeteiligten Betrieb schaden. Sie sind Teil eines Netzwerks, im Guten wie im Schlechten. Ebenso können Fehler im Geschäftsmodell selbst, die erst nach Jahren zutage treten, das gesamte System gefährden. Eine lange und erfolgreiche Historie des Systems ist hier ein gutes Indiz für Stabilität.
Strategien zur Risikominimierung: Der Businessplan als Ihr Kompass
Die beste Strategie zur Risikominimierung ist eine exzellente Vorbereitung. Erstellen Sie einen detaillierten Businessplan, der nicht auf den optimistischen Prognosen des Franchisegebers, sondern auf Ihrer eigenen, konservativen Einschätzung des lokalen Marktes basiert. Planen Sie ausreichende finanzielle Reserven für die Anlaufphase und unvorhergesehene Ereignisse ein. Führen Sie eine gründliche Due Diligence durch, sprechen Sie mit vielen bestehenden Partnern und lassen Sie den Vertrag anwaltlich prüfen. Ein solider Businessplan ist Ihr persönlicher Kompass, der Ihnen hilft, auch in schwierigen Phasen Kurs zu halten.
Wichtige Fragen und Antworten
Wie viel Eigenkapital benötige ich für ein Franchise in Österreich?
Die Höhe des benötigten Eigenkapitals variiert extrem stark je nach System und Branche. Kleine, dienstleistungsbasierte Konzepte können bereits mit € 10.000 bis € 20.000 Eigenkapital realisierbar sein. Für gastronomische Systeme oder solche mit teurer Ladeneinrichtung kann die Anforderung auf € 50.000 bis über € 100.000 ansteigen. In der Regel fordern Franchisegeber und Banken einen Eigenkapitalanteil von 20 % bis 40 % der Gesamtinvestition.
Bin ich als Franchisenehmer ein selbstständiger Unternehmer?
Ja, uneingeschränkt. Als Franchisenehmer gründen Sie Ihr eigenes Unternehmen (z.B. als Einzelunternehmer oder GmbH) und agieren auf eigene Rechnung und eigenes Risiko. Sie sind Arbeitgeber für Ihre Mitarbeiter und für alle unternehmerischen Belange selbst verantwortlich. Gleichzeitig verpflichten Sie sich vertraglich, das Geschäftskonzept des Franchisegebers nach dessen Vorgaben umzusetzen.
Was ist der Österreichische Franchise-Verband (ÖFV) und wie kann er mir helfen?
Der ÖFV ist die offizielle Interessenvertretung der Franchise-Wirtschaft in Österreich. Er setzt sich für hohe Qualitätsstandards ein und zertifiziert Franchise-Systeme nach strengen Kriterien. Für Gründer ist der Verband eine wertvolle Anlaufstelle. Er bietet Informationsveranstaltungen, stellt Checklisten zur Verfügung und kann Kontakte zu geprüften Beratern und Anwälten vermitteln. Ein vom ÖFV zertifiziertes System ist ein starkes Qualitätsmerkmal.
Wie lange dauert es von der ersten Suche bis zur Eröffnung?
Der Prozess von der ersten Recherche auf der Franchisebörse bis zur tatsächlichen Eröffnung dauert in der Regel zwischen sechs und zwölf Monaten. Die Phasen umfassen die Systemauswahl, die Detailprüfung und Vertragsverhandlungen, die Finanzierungsbeschaffung, die Standortsuche und den Umbau sowie die abschließenden Schulungen. Eine sorgfältige Planung ist wichtiger als überstürztes Handeln.
Kann ich ein Franchise auch nebenberuflich starten?
Ja, es gibt einige Franchise-Systeme, die explizit für den nebenberuflichen oder den Start aus dem Home-Office konzipiert sind. Diese finden sich oft im Dienstleistungs-, Beratungs- oder Vertriebsbereich und erfordern in der Regel eine geringere Anfangsinvestition und weniger Zeitaufwand. Die Franchisebörse bietet oft eine eigene Kategorie für solche Teilzeit-Konzepte.
Image by: Anna Shvets
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Weiterführende Quellen:
- Franchise in Österreich: Geschäftsideen zur Selbstständigkeit – Spiel nicht mit deiner Zukunft, sondern mach dich mit einem bewährten Geschäftsmodell und starken Partner an deiner Seite selbstständig – als Gründer im …… (franchiseportal.at)
- Gründerleitfaden 2016 – Dec 7, 2015 … Lassen Sie sich in dieser oft heiklen frage unbedingt vom Gründerservice beraten: Sie nutzen … zungen Sie benötigen, um in Österreich tätig zu…. (spitzer-top.at)
- Einfach machen. – boten in Österreich schauen Sie einfach in un- sere Franchisebörse … ▫ Bedenken Sie, dass Ihr Traumgeschäftslokal vermutlich so nicht existiert und Sie…. (wko.at)
- Was brauchen Sie, um eine Reinigungsfirma zu gründen? – Sep 14, 2022 … … Sie in Ruhe, welcher Weg für Sie optimal ist. Büro mieten, Firmengebäude kaufen oder Homeoffice? Für Ihr Reinigungsunternehmen brauchen Sie …… (mrcleaner.at)
- Leitfaden für Gründerinnen und Gründer – Jan 1, 2012 … Für die Suche nach Franchise-Ange- boten in Österreich schauen Sie einfach in unsere Franchisebörse www.franchise boerse.at. ▫ Outsourcing …… (berufsanerkennung.at)