- Vorbereitung ist entscheidend: Eine lückenlose Sammlung aller Unterlagen und eine saubere Haushaltsrechnung sind die Basis für jeden erfolgreichen Kreditantrag.
- Bonität als Schlüssel: Ihre Kreditwürdigkeit, abgebildet durch Ihre finanzielle Vergangenheit (KSV-Auskunft) und Ihre aktuelle finanzielle Lage (Einkommen-Ausgaben), entscheidet über Ja oder Nein.
- Angebote kritisch vergleichen: Achten Sie nicht nur auf den Nominalzins, sondern auf den effektiven Jahreszins. Nur dieser enthält alle Kosten und ermöglicht einen echten Vergleich.
- Das Bankgespräch als Chance: Treten Sie selbstbewusst und gut vorbereitet auf. Sie sind ein Geschäftspartner, kein Bittsteller. Verhandlungsspielraum ist oft vorhanden.
- Vertrag genau prüfen: Lesen Sie das Kleingedruckte vor der Unterschrift. Achten Sie auf Regelungen zu Sondertilgungen und die Gesamtkosten des Kredits.
Die Grundlagen verstehen: Was prüft die Bank wirklich?
Wenn Sie in Österreich einen Bankkredit beantragen, möchte die Bank vor allem eines wissen: Bekommt sie ihr Geld samt Zinsen verlässlich zurück? Um dieses Risiko einzuschätzen, stützt sich die Prüfung auf zwei zentrale Säulen: die Kreditfähigkeit und die Kreditwürdigkeit. Diese Begriffe klingen ähnlich, beschreiben aber unterschiedliche Aspekte Ihrer finanziellen Situation.
Kreditfähigkeit: Können Sie den Kredit zurückzahlen?
Die Kreditfähigkeit ist eine rein rechnerische Größe. Die Bank prüft, ob Sie sich die monatlichen Raten leisten können. Hierzu wird eine detaillierte Haushaltsrechnung erstellt. Ihren regelmäßigen Einnahmen (Gehalt, Mieteinnahmen etc.) werden alle fixen und variablen Ausgaben (Miete, Betriebskosten, Versicherungen, Lebenshaltungskosten) gegenübergestellt. Der Betrag, der nach Abzug aller Kosten übrig bleibt, wird als „frei verfügbares Einkommen“ bezeichnet. Dieses muss hoch genug sein, um die zukünftige Kreditrate bequem zu decken und einen Sicherheitspuffer für unvorhergesehene Ausgaben zu lassen. Volljährigkeit und Geschäftsfähigkeit sind in Österreich die rechtlichen Grundvoraussetzungen für die Kreditfähigkeit.
Kreditwürdigkeit (Bonität): Wollen Sie den Kredit zurückzahlen?
Die Kreditwürdigkeit oder Bonität ist eine Einschätzung Ihres Charakters als Schuldner. Hier geht es um Vertrauen und Zuverlässigkeit. Die Bank analysiert Ihr bisheriges Zahlungsverhalten. Die wichtigste Informationsquelle dafür ist in Österreich die Auskunft des KSV (Kreditschutzverband von 1870). Der KSV sammelt Daten über bestehende Kredite, Leasingverträge, unbezahlte Rechnungen oder vergangene Zahlungsschwierigkeiten. Ein „sauberer“ KSV-Eintrag ist Gold wert. Aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle: ein stabiles Dienstverhältnis, ein unbefristeter Arbeitsvertrag und eine geordnete Lebenssituation erhöhen Ihre Kreditwürdigkeit erheblich. Die Bank will sehen, dass Sie Ihre Finanzen im Griff haben und verantwortungsvoll damit umgehen.
Ihre finanzielle Visitenkarte: Die Bonitätsprüfung optimieren
Ihre Bonität ist das A und O für eine Kreditzusage und bestimmt maßgeblich die Konditionen, also die Höhe der Zinsen. Eine gute Bonität bedeutet für die Bank ein geringeres Risiko, was oft mit einem günstigeren Kredit belohnt wird. Glücklicherweise sind Sie Ihrer Bonität nicht passiv ausgeliefert. Mit gezielter Vorbereitung können Sie Ihr finanzielles Profil schärfen und Ihre Chancen deutlich verbessern. Der erste und wichtigste Schritt ist, Transparenz für sich selbst zu schaffen.
Die KSV-Auskunft verstehen und korrigieren
Bevor die Bank Ihre Daten abfragt, sollten Sie es selbst tun. Jeder Bürger in Österreich hat das Recht, einmal jährlich eine kostenlose Selbstauskunft beim KSV anzufordern. Nutzen Sie diese Möglichkeit! Überprüfen Sie alle Einträge sorgfältig. Sind alle Kredite korrekt vermerkt? Finden sich veraltete oder falsche Einträge, die Ihre Bonität unnötig belasten? Oft bleiben erledigte Kredite oder längst geschlossene Konten fälschlicherweise eingetragen. Kontaktieren Sie in einem solchen Fall umgehend den KSV und das betreffende Unternehmen, um eine Richtigstellung oder Löschung zu veranlassen. Ein sauberer Auszug ist die beste Grundlage.
Schuldenmanagement als Vorbereitung
Viele kleine Verbindlichkeiten können in der Summe ein schlechtes Bild abgeben. Überprüfen Sie, ob Sie noch offene Ratenzahlungen bei Versandhäusern, kleine Dispokredite oder mehrere Kreditkarten mit offenen Salden haben. Wenn möglich, zahlen Sie diese kleinen Schulden vor dem Kreditantrag vollständig zurück. Dies hat einen doppelten positiven Effekt: Einerseits reduzieren Sie Ihre monatlichen Fixkosten, was das frei verfügbare Einkommen in Ihrer Haushaltsrechnung erhöht. Andererseits signalisieren Sie der Bank finanzielle Disziplin und einen verantwortungsvollen Umgang mit Geld. Jede getilgte Verbindlichkeit verbessert Ihre Ausgangslage.
Die notwendigen Unterlagen: Vollständigkeit ist Trumpf
Ein gut vorbereiteter und vollständiger Antrag beschleunigt nicht nur den Prozess, sondern hinterlässt auch einen professionellen und organisierten ersten Eindruck bei Ihrem Bankberater. Nichts ist für die Bank frustrierender als ein unvollständiger Antrag, bei dem ständig Unterlagen nachgefordert werden müssen. Nehmen Sie sich die Zeit, alle Dokumente sorgfältig und lückenlos zusammenzustellen. Betrachten Sie diese Liste als Ihre persönliche Checkliste für den Erfolg.
Persönliche Dokumente
Dies sind die grundlegenden Nachweise Ihrer Identität und Ihres Wohnsitzes. Stellen Sie sicher, dass diese Dokumente gültig sind.
- Amtlicher Lichtbildausweis: Ein gültiger Reisepass oder Personalausweis. Ein Führerschein wird oft nur in Kombination mit einem Staatsbürgerschaftsnachweis akzeptiert.
- Meldezettel: Ein aktueller Auszug aus dem Zentralen Melderegister, der Ihren Hauptwohnsitz in Österreich bestätigt.
- Bei Nicht-EU-Bürgern: Eine gültige Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung.
Einkommensnachweise
Hier belegen Sie Ihre Kreditfähigkeit. Die Bank will sehen, dass Sie über ein regelmäßiges und stabiles Einkommen verfügen.
- Für Angestellte: Die letzten drei bis sechs Gehaltszettel (Lohnzettel), der aktuelle Dienstvertrag (idealerweise unbefristet) und eventuell der Jahreslohnzettel (L16) des Vorjahres.
- Für Selbstständige und Freiberufler: Die Einkommensteuerbescheide der letzten zwei bis drei Jahre, eine aktuelle Saldenliste aus der Buchhaltung sowie oft eine Prognoserechnung für das laufende Jahr.
- Weitere Einkünfte: Nachweise über Alimente, Mieteinnahmen oder Einkünfte aus Kapitalvermögen.
Vermögen und Verbindlichkeiten
Die Bank benötigt einen vollständigen Überblick über Ihre finanzielle Gesamtsituation.
- Kontoauszüge: Lückenlose Kontoauszüge der letzten drei bis sechs Monate von allen Ihren Girokonten.
- Bestehende Kredite: Verträge und aktuelle Saldenbestätigungen von allen laufenden Krediten oder Leasingverträgen.
- Vermögenswerte: Nachweise über Sparbücher, Bausparverträge, Wertpapierdepots oder Immobilienbesitz (Grundbuchauszug).
Unterlagen zum Verwendungszweck
Bei zweckgebundenen Krediten (z. B. für ein Auto oder eine Immobilie) sind diese Dokumente entscheidend.
- Immobilienkauf: Kaufvertragsentwurf, Grundbuchauszug des Objekts, Exposé.
- Hausbau/Sanierung: Einreichplan, Baubewilligung, detaillierte Kostenschätzung von Baufirmen oder Architekten.
- Autokauf: Kaufvertrag oder Angebot des Händlers.
Die Haushaltsrechnung: So überzeugen Sie mit Zahlen
Die Haushaltsrechnung ist das Herzstück Ihrer Kreditanfrage. Sie ist kein reines Formular, sondern Ihr stärkstes Argument. Mit einer sauberen und realistischen Aufstellung Ihrer monatlichen Einnahmen und Ausgaben beweisen Sie nicht nur, dass Sie sich die Kreditrate leisten können, sondern auch, dass Sie Ihre Finanzen im Griff haben. Nehmen Sie sich für diesen Schritt ausreichend Zeit und seien Sie ehrlich zu sich selbst. Beschönigungen fallen spätestens bei der Prüfung Ihrer Kontoauszüge auf und untergraben Ihre Glaubwürdigkeit. Eine gut aufbereitete Haushaltsrechnung zeigt dem Bankberater auf einen Blick die wichtigste Kennzahl: Ihr frei verfügbares Einkommen.
Strukturieren Sie Ihre Rechnung klar in drei Bereiche: Einnahmen, Fixkosten und variable Kosten. Fixkosten sind jene Beträge, die jeden Monat in etwa gleicher Höhe anfallen, wie Miete oder Versicherungsprämien. Variable Kosten können schwanken, sollten aber auf Basis der letzten Monate realistisch geschätzt werden, zum Beispiel für Lebensmittel oder Freizeitaktivitäten. Die Differenz aus den gesamten Einnahmen und den gesamten Ausgaben ergibt den Betrag, der Ihnen für die Kreditrate und einen Sicherheitspuffer zur Verfügung steht. Banken rechnen intern oft mit Pauschalen für die Lebenshaltung, doch eine detaillierte Eigenaufstellung zeigt Engagement und schafft Vertrauen.
Beispiel einer vereinfachten Haushaltsrechnung
Diese Tabelle dient als Muster, um Ihre eigene, detaillierte Aufstellung zu erstellen. Passen Sie die Posten an Ihre persönliche Situation an.
Kategorie | Posten | Betrag in € |
---|---|---|
Einnahmen (Netto) | Gehalt 1 | 2.500 |
(Eventuell Gehalt 2, Alimente, etc.) | 0 | |
Summe Einnahmen | 2.500 | |
Fixkosten | Miete inkl. Betriebskosten | -850 |
Strom & Gas | -100 | |
Versicherungen (Haushalt, Auto) | -80 | |
Internet & Mobilfunk | -50 | |
Bestehende Kreditrate | -150 | |
Mobilität (Öffi-Ticket, Tanken) | -120 | |
Variable Kosten | Lebensmittel & Drogerie | -400 |
Freizeit, Kultur, Sport | -150 | |
Kleidung & Sonstiges | -100 | |
Summe Ausgaben | -2.000 | |
Frei verfügbares Einkommen | (Potenzial für Kreditrate) | 500 |
Der richtige Kredit für Ihr Vorhaben: Konsum- vs. Immobilienkredit
Nicht jeder Kredit ist gleich. Je nach Verwendungszweck unterscheiden sich die Produkte der Banken erheblich in Bezug auf Laufzeit, Zinssätze und erforderliche Sicherheiten. Die Wahl der richtigen Kreditart ist entscheidend für die Konditionen und die Wahrscheinlichkeit einer Zusage. In Österreich lassen sich die meisten Kredite für Privatpersonen in zwei Hauptkategorien einteilen: den flexiblen Konsumkredit und den zweckgebundenen Immobilienkredit. Die Kenntnis der Unterschiede hilft Ihnen, den passenden Finanzierungsrahmen für Ihr Projekt zu finden und gezielt bei der Bank anzufragen.
Der Konsumkredit (oder Ratenkredit)
Ein Konsum- oder Ratenkredit ist in der Regel nicht zweckgebunden. Das bedeutet, Sie können das Geld frei verwenden, sei es für ein neues Auto, eine moderne Küche, eine teure Reise oder den Ausgleich des Girokontos. Aufgrund dieser Flexibilität und der meist fehlenden dinglichen Sicherheit (wie einer Immobilie) sind die Zinssätze hier tendenziell höher als bei Immobilienkrediten. Die Laufzeiten sind kürzer und liegen üblicherweise zwischen 12 und 120 Monaten (1 bis 10 Jahre). Die Prüfung der Bonität ist zwar ebenso streng, aber die Anforderungen an die Sicherheiten sind geringer. Oft reicht eine Lohn- und Gehaltsverpfändung als Absicherung für die Bank aus.
Der Immobilienkredit (oder Wohnbaukredit)
Wie der Name schon sagt, ist dieser Kredit strikt an den Kauf, den Bau oder die Sanierung einer Immobilie gekoppelt. Da die Bank hier eine massive Sicherheit in Form der Immobilie selbst erhält – eingetragen als Hypothek im Grundbuch -, sind die Risiken für das Institut deutlich geringer. Dies schlägt sich in wesentlich günstigeren Zinssätzen und sehr langen Laufzeiten von bis zu 35 Jahren nieder. Die Prüfung ist hier besonders intensiv. Neben Ihrer persönlichen Bonität wird auch der Wert der Immobilie (Beleihwert) von der Bank genauestens geprüft. Eine spezielle und in Österreich sehr beliebte Form ist das Bauspardarlehen, das oft eine staatliche Prämie und Zinssatzobergrenzen bietet.
Angebote vergleichen: Nicht nur der Zinssatz zählt
Haben Sie Ihre Unterlagen beisammen und Ihre Bonität optimiert, beginnt die Phase des Einholens und Vergleichens von Kreditangeboten. Ein häufiger Fehler ist es, sich allein vom beworbenen „Nominalzins“ blenden zu lassen. Dieser Zinssatz gibt nur an, wie hoch die Verzinsung der reinen Kreditsumme ist. Er ignoriert jedoch sämtliche Nebenkosten, die einen Kredit erheblich verteuern können. Um Angebote fair und transparent vergleichen zu können, müssen Sie eine andere, viel wichtigere Kennzahl in den Fokus rücken: den effektiven Jahreszins.
Die entscheidende Kennzahl: Der effektive Jahreszins
Der effektive Jahreszins ist die wichtigste Vergleichsgröße. Banken in der EU sind gesetzlich verpflichtet, diesen anzugeben. Er beinhaltet neben dem Nominalzins auch einen Großteil der anfallenden Kreditnebenkosten. Dazu gehören unter anderem:
- Bearbeitungsgebühren (oft ein prozentualer Anteil der Kreditsumme)
- Kosten für die Kontoführung des Kreditkontos
- Eventuelle Vermittlungsprovisionen
Nur der Vergleich der effektiven Jahreszinsen verschiedener Angebote zeigt Ihnen, welcher Kredit unter dem Strich wirklich der günstigste ist. Ein Angebot mit einem niedrigeren Nominalzins, aber hohen Gebühren kann am Ende teurer sein als eines mit einem etwas höheren Nominalzins, aber kaum Nebenkosten.
Weitere wichtige Vertragsdetails im Blick behalten
Neben dem Effektivzins gibt es weitere Konditionen, die Ihre Entscheidung beeinflussen sollten. Prüfen Sie die Angebote auf Flexibilität. Ist eine kostenlose Sondertilgung möglich? Das bedeutet, Sie können neben der monatlichen Rate zusätzliches Geld in die Tilgung stecken, um schneller schuldenfrei zu werden und Zinskosten zu sparen. Gibt es die Möglichkeit von Ratenpausen, falls Sie einmal in einen finanziellen Engpass geraten? Wie hoch sind die Kosten (Vorfälligkeitsentschädigung), wenn Sie den Kredit vorzeitig komplett zurückzahlen möchten? Holen Sie Angebote von Ihrer Hausbank, von anderen Filialbanken und auch von Direktbanken aus dem Internet ein, um sich eine breite Verhandlungsbasis zu schaffen.
Das Bankgespräch: Professionell und selbstbewusst auftreten
Das persönliche Gespräch mit dem Bankberater ist oft der entscheidende Moment im gesamten Prozess. Hier werden aus den anonymen Daten auf dem Papier ein Mensch und ein konkretes Vorhaben. Ihre Vorbereitung und Ihr Auftreten können den Ausschlag geben, ob Sie als vertrauenswürdiger Partner oder als riskanter Antragsteller wahrgenommen werden. Vergessen Sie die Vorstellung eines Bittstellers – Sie treten in eine Geschäftsverhandlung ein, bei der beide Seiten ein Interesse am Abschluss haben. Die Bank will einen Kredit verkaufen, und Sie benötigen eine Finanzierung. Begegnen Sie dem Berater auf Augenhöhe.
Die richtige Vorbereitung ist die halbe Miete
Kommen Sie niemals unvorbereitet zum Termin. Bringen Sie alle zuvor gesammelten Unterlagen mit, idealerweise sauber geordnet in einer Mappe. Kennen Sie Ihre Zahlen aus der Haushaltsrechnung auswendig. Sie müssen in der Lage sein, Ihr monatlich frei verfügbares Einkommen ohne Zögern zu nennen. Formulieren Sie Ihr Vorhaben klar und präzise. Warum benötigen Sie den Kredit? Was genau planen Sie? Je konkreter und durchdachter Ihr Plan wirkt, desto mehr Vertrauen schaffen Sie. Ein gut vorbereiteter Kunde signalisiert, dass er sein Finanzierungsvorhaben ernst nimmt und sich intensiv damit auseinandergesetzt hat.
Selbstbewusst auftreten und verhandeln
Ihr Auftreten spielt eine wesentliche Rolle. Pünktlichkeit ist selbstverständlich. Wählen Sie eine angemessene Kleidung (Business Casual ist meist passend). Seien Sie höflich, aber bestimmt. Präsentieren Sie Ihr Anliegen souverän. Wenn der Berater Fragen stellt, antworten Sie ehrlich und direkt. Versuchen Sie nicht, etwas zu beschönigen. Hören Sie sich das erste Angebot der Bank in Ruhe an, aber akzeptieren Sie es nicht sofort als endgültig. Fragen Sie aktiv nach besseren Konditionen. Erwähnen Sie ruhig, dass Sie auch Angebote von anderen Banken einholen. Dies schafft eine gesunde Verhandlungsbasis. Fragen Sie nach der Möglichkeit von Sondertilgungen, Ratenpausen oder einem Rabatt auf die Bearbeitungsgebühr. Jede kleine Verbesserung spart Ihnen über die Laufzeit bares Geld.
Nach der Zusage: Worauf Sie vor der Unterschrift achten müssen
Eine mündliche oder schriftliche Kreditzusage ist ein großer Erfolg und ein Grund zur Freude. Doch bevor Sie den Champagner öffnen, steht noch ein entscheidender Schritt bevor: die genaue Prüfung und Unterzeichnung des Kreditvertrags. Dieses Dokument ist die rechtlich bindende Grundlage für Ihre Finanzierung über viele Jahre hinweg. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, jeden Punkt sorgfältig zu lesen und zu verstehen. Eine Unterschrift unter einen nicht verstandenen Vertrag kann weitreichende und teure Folgen haben. Lassen Sie sich vom Bankberater nicht unter Druck setzen.
Den Kreditvertrag im Detail prüfen
Nehmen Sie den Vertragsentwurf mit nach Hause und gehen Sie ihn in Ruhe durch. Überprüfen Sie, ob alle mündlich vereinbarten Konditionen auch schriftlich festgehalten sind. Die wichtigsten Punkte, die Sie kontrollieren müssen, sind:
- Kreditsumme und Auszahlungsbetrag: Stimmen die Beträge exakt überein?
- Zinssatz: Ist der vereinbarte Nominal- und Effektivzins korrekt angegeben? Handelt es sich um einen Fixzins oder einen variablen Zins? Bei variablen Zinsen: An welchen Referenzzinssatz (z.B. EURIBOR) ist er gekoppelt und wie hoch ist der Aufschlag der Bank?
- Laufzeit und Rate: Entsprechen die Laufzeit in Monaten und die Höhe der monatlichen Rate den Abmachungen?
- Gesamtkosten: Der Vertrag muss die Gesamtsumme aller Zahlungen (Kreditsumme + Zinsen + Gebühren) ausweisen. Dieser Betrag gibt Ihnen ein klares Bild über die tatsächlichen Kosten des Kredits.
Das Kleingedruckte: Sondertilgungen und vorzeitige Kündigung
Besonderes Augenmerk sollten Sie auf die Klauseln zu außerplanmäßigen Zahlungen legen. Ist eine jährliche, kostenfreie Sondertilgung möglich und wenn ja, in welcher Höhe? Diese Option gibt Ihnen enorme Flexibilität, falls Sie unerwartet zu Geld kommen (z.B. durch eine Erbschaft oder Bonuszahlung). Prüfen Sie auch die Bedingungen für eine komplette vorzeitige Rückzahlung des Kredits. Die Bank kann hier eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, um den ihr entgangenen Zinsgewinn auszugleichen. Die Höhe dieser Entschädigung ist gesetzlich geregelt, sollte aber im Vertrag klar aufgeschlüsselt sein. Erst wenn alle Punkte klar sind und Ihren Vorstellungen entsprechen, sollten Sie den Vertrag unterschreiben. Denken Sie daran: Sie haben nach Vertragsabschluss ein gesetzliches Rücktrittsrecht von 14 Tagen.
Wichtige Fragen und Antworten
Was passiert bei einer Kreditablehnung?
Eine Ablehnung ist enttäuschend, aber kein endgültiges Urteil. Fragen Sie den Bankberater höflich und sachlich nach den konkreten Gründen. Oft liegt es an einem zu geringen frei verfügbaren Einkommen oder einem negativen KSV-Eintrag. Nutzen Sie diese Information, um Ihre finanzielle Situation zu verbessern: Tilgen Sie kleine Schulden, überprüfen Sie Ihre KSV-Daten oder suchen Sie nach Möglichkeiten, Ihre Einnahmen zu erhöhen. Nach einigen Monaten können Sie einen neuen Versuch starten, eventuell auch bei einer anderen Bank mit anderen Vergaberichtlinien.
Brauche ich eine Restschuldversicherung?
Eine Restschuldversicherung (auch Kreditausfallversicherung) springt ein, wenn Sie die Raten aufgrund von Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder Tod nicht mehr zahlen können. Banken bieten diese Versicherung oft sehr aktiv an, sie ist aber nur in seltenen Fällen verpflichtend. Sie verursacht zusätzliche Kosten, die den Kredit verteuern. Prüfen Sie zuerst, ob bestehende Versicherungen (wie eine Ablebensrisikoversicherung oder eine Berufsunfähigkeitsversicherung) das Risiko bereits abdecken. Wägen Sie Kosten und Nutzen sorgfältig ab, bevor Sie eine solche Versicherung abschließen.
Kann ich auch als Selbstständiger einen Kredit bekommen?
Ja, auch Selbstständige, Freiberufler und Unternehmer können in Österreich einen Kredit erhalten. Die Prüfung durch die Bank ist jedoch meist intensiver, da das Einkommen oft stärker schwankt als bei Angestellten. Statt Gehaltszetteln müssen Sie die Einkommensteuerbescheide der letzten zwei bis drei Jahre, eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) und oft auch einen Businessplan für die Zukunft vorlegen. Ein stabiler und positiver Geschäftsverlauf über mehrere Jahre ist die beste Voraussetzung für eine Zusage.
Was ist der Unterschied zwischen einem Fixzins und einem variablen Zins?
Ein Fixzinssatz bleibt über einen vereinbarten Zeitraum (z.B. 10, 15 oder 20 Jahre) unverändert, egal wie sich die Zinsen am Markt entwickeln. Das gibt Ihnen maximale Planungssicherheit. Ein variabler Zinssatz passt sich in regelmäßigen Abständen (z.B. alle 3 Monate) an einen Referenzzinssatz (meist den EURIBOR) an. Steigt dieser, steigt auch Ihre Kreditrate, fällt er, sinkt sie. Variable Zinsen sind anfangs oft günstiger, bergen aber das Risiko steigender Raten in der Zukunft. Eine Kombination aus beidem (Splitting) ist ebenfalls möglich.
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Weiterführende Quellen:
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